Was ist ein Lastenheft? Erläuterung des Begriffs Lastenheft

Das Lastenheft wird nicht selten mit dem Pflichtenheft verwechselt. Deswegen erscheint es mir als wichtig, hier etwas Klarheit ins Dunkle zu bringen.

Im Projektmanagement und im Qualitätsmanagement versteht man unter einem Lastenheft das vom Kunden, Nutzer oder sonstigen Nachfrager eines Projektes oder Produktes definierte Grobkonzept eines Vorhabens. Der Begriff ist insbesondere in der Softwareentwicklung aber etwa auch im Media Design üblich. Im Gegensatz zum Pflichtenheft muß das Lastenheft weder detailliert noch vollständig sein, aber alle Basisanforderungen enthalten. Das Pflichtenheft kann dann als verbindliche Präzisierung oder Konkretisierung des zunächst unverbindlichen Lastenheftes definiert sein.

– Erforderliche Funktionen,
– Relevante technische Daten z.B. hinsichtlich Maßen, technischen Leistungen usw.,
– Qualitätsanforderungen, also die beabsichtigte Nutzbarkeit für einen bestimmten Zweck,
– Zielbestimmung,
– Beabsichtigter oder erforderlicher Einsatz des Projektergebnisses,
– Übersicht über die beabsichtigte Leistung,
– Evtl. erforderliche Ergänzungen.

Allerdings besteht eine DIN-Norm (DIN 69905) über den Inhalt des Lastenheftes. Demnach muß das Lastenheft folgende Punkte enthalten:

– technische Rahmenbedingungen für Produkt und Leistungserbringungen (z.B. einzuhaltende Normen, zu verwendende Materialien),
– Die grundsätzlichen Spezifikationen des zu erstellenden Produktes,
– die Anforderungen an das Produkt bei seiner späteren Verwendung (z.B. Temperaturverträglichkeit),
– vertragliche Rahmenbedingungen für Produkt und Leistungserbringungen (z.B. Teilleistungen, Gewährleistung, Vertragsstrafen),
– Anforderungen an den Auftragnehmer (z.B. dessen Zertifizierung nach ISO 9000),
– Anforderungen an das Projektmanagement des Auftragnehmers (z.B. Projektdokumentation, Controlling-Methoden).

Leave a Reply